Außerhalb meiner Tätigkeit in den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Infrastruktur bewegt mich als Mutter eines gerade erwachsenen Sohnes ganz besonders die Frage, was aus den jungen Menschen in unserem Land wird.
Es ist sehr bedauerlich und beklagenswert zugleich, dass unsere Jugendlichen hier in unserem schönen Brandenburg einer sehr ungewissen Zukunft entgegen gehen müssen. Möchten doch viele, das bestätigen auch aktuelle Umfragen, ihre Brandenburger Heimat gar nicht verlassen, sondern ihren jugendlichen Elan und ihr Wissen dazu nutzen, sich selbst ein lebenswertes Leben in ihrer angestammter Heimat aufzubauen, eigene Träume zu erfüllen und sich beruflich wie auch im privaten Leben selbst zu verwirklichen.
Vielleicht hat der eine oder andere in politischer Verantwortung immer noch nicht verstanden, dass die Jugend unser Reichtum und auch unser aller Altersversicherung ist.
Sehen wir uns die demografische Entwicklung in unserem Land an.
Mehr als eine Millionen Menschen haben seit 1990 die neuen Bundesländer verlassen, davon ein Großteil aus der Altersgruppe der 18-25-Jährigen. Entsprechend der aktuellsten Bevölkerungsprognose wird Brandenburg bis 2020 weitere 170.000 Einwohner verlieren zum überwiegenden Teil junge Menschen.
Auch ich weiß, dass der demografische Wandel ein europa-, ja, ein weltweiter Prozess ist. Dennoch sind die Probleme in Deutschland und ganz speziell hier in Brandenburg von einer neuen und besonderen Dramatik gekennzeichnet.
Seit Beginn meiner Tätigkeit als Politikerin habe ich mehrfach und sehr eindringlich genau auf diese Problematik hingewiesen. Zusammen mit den Kollegen meiner Fraktion haben wir vielfache Initiativen zu dieser Thematik im Parlament gestartet.
Alle uns zur Verfügung stehenden parlamentarischen Möglichkeiten haben wir genutzt, um die Landesregierung auf dieses brennende Problem hinzuweisen, Lösungswege aufzuzeigen und die politischen Diskussionen auf diesen Schwerpunkt zu fokussieren.
Noch am Ende des Jahres 2004 forderten wir die Einsetzung einer Kommission, die sich ausschließlich mit dieser Thematik befassen sollte und vor allem Lösungsvorschläge erarbeiten sollte. Das Parlament reagierte auf unsere Initiative jedoch mit Ablehnung.
Da mir die Jugendproblematik besonders wichtig erscheint, gebot es mir meine Pflicht und Einstellung in dieser Sache nicht nachzugeben. Am 19. Januar 2005 konfrontierten wir die Landesregierung in der Sache mit einer Großen Anfrage
(Drs. 4/1056) die letztlich bewirkte, dass der Stein
ins Rollen kam.
Wenn der Landesregierung endlich bewusst geworden ist, dass hier wohl doch Handlungsbedarf besteht, dann liegt es an diesem Nicht-locker-lassen.
Ich werde auch weiterhin, entsprechend der mir von den Bürgern unseres Landes übertragenen Pflicht, beharrlich auf bestehende Probleme aufmerksam machen und unsere Lösungsvorschläge vortragen.
Wir brauchen nicht nur in Brandenburg, sondern in ganz Deutschland bessere Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft. Das heißt Entlastung der kleinen und mittelständischen Unternehmen durch – z.B. – sofortige Steuervereinfachung, Steuersenkung, Senkung der viel zu hohen Lohnnebenkosten. Denn nur diese KMU, diese kleinen und mittelständischen Unternehmen sind in der Lage, in Brandenburg Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze zu schaffen und zu erhalten und damit auch unserer Jugend die notwendigen Perspektiven zu eröffnen.
Selbstverständlich gehört auch eine qualifizierte Bildung und Ausbildung dazu.
Diese Forderungen sind kein leeren Worthülsen auf einer Internetseite Sie können unsere Forderungen und Aktivitäten nachlesen in den Plenarprotokollen des Landtages Brandenburg.
Ich bin guter Hoffnung und die jüngste Vergangenheit hat es immer wieder gezeigt, dass unsere Vorschläge Gehör finden werden.
Die Abwanderung kann nur gestoppt werden, wenn die Menschen in unserem Land eine gesicherte berufliche und persönliche Perspektive haben.
